Alles in unserer Aula –
Kultur zum Anfassen
Das
Herner Pottporus-Team trainiert mit der erfahrenen Choreografin Patricia Noworol
aus New York
Von Februar
bis Oktober finden zurzeit beachtenswerte Tanzprojekte unter künstlerischer
Leitung statt. Die Produktionen „Next Generation“ Wave to community“ und „Rumble“
werden von professionellen Choreografen auf die Bühne gebracht.
Den Anfang
machte am Samstag das Projekt „Next Generation“. Lesen Sie dazu den folgenden
Artikel von Jonas Erlenkämper in der WAZ vom 30.1.2010.
Herne.
Das Ruhrgebiet, sagt Patricia Noworol, ist ein bisschen wie New York.
Altenessen – vergleichbar mit Harlem. Und die Jugendlichen im Revier? Ob die
etwas gemein haben mit jungen Leuten aus Brooklyn oder der Bronx? Was sie
denken, empfinden, träumen, das versucht Noworol derzeit herauszufinden.
Die
33-Jährige pendelt zwischen den Kontinenten. Einen Monat lebt und arbeitet sie
als Choreografin im Big Apple, einen Monat im Ruhrgebiet. In Herne inszeniert
sie die „Next Generation”, einen Programmpunkt von Ruhr.2010: Jugendprojekte
aus Bochum, Essen, Duisburg und eben Herne bilden die Puzzlestücke. In jeder
der vier Städte bereiten junge Menschen eine Tanz-/Theater-/Musik-„Performance”
vor, der Regisseur Nuran David Calis wird die Ergebnisse später zu einem
Gesamtkunstwerk zusammenführen. So soll ein Portrait der „Next Generation”, der
nächsten Generation, entstehen. Wie stellt sie sich die Zukunft vor?
Der Kontakt brach nie ab
Am Samstag
war „Kick Off” in der Aula der Realschule Crange, quasi der Auftakt zu den
Proben des Herner Projekts. Patricia Noworol saß in der letzten Stuhlreihe und
beobachtete mit strengem Blick, was das Laien-Künstler-Quintett auf der Bühne
fabrizierte. Anna Nedyhalova gehört dazu. Sie ist 17, das russisch-stämmige
Mädchen wohnt in Herne-Süd. Ihre Kollegen heißen Bruno (31), Estelle (22),
Deborah (22) und John-Marvin (17), ihre Eltern kommen aus dem einstigen
Ost-Block oder aus Brasilien, einer wohnt in Münster, eine in Köln. Ob sie
repräsentativ sind für die Herner Jugend?
Das Herner Pottporus-Team
trainiert mit der erfahrenen Choreografin Patricia Noworol ( 2. von links vorne
) aus New York Foto: Joachim Haenisch Foto: Haenisch / waz fotopool
„Mal
schauen, wie weit wir tänzerisch gehen können”, sagt Patricia Noworol. Sie
arbeitet das erste Mal mit Laien. Die gebürtige Polin kam Ende der 90er-Jahre
ins Ruhrgebiet, um an der Folkwang-Hochschule zu studieren. Später ging sie
nach New York, lernte an der NYU und Strasbergs Schauspielschule. Sie ist in
den USA geblieben, doch der Kontakt nach Deutschland ist nie abgerissen. Auf
der Internetseite ihrer New Yorker Tanzschule stellt sie sich als „Polish-German
choreographer, dancer and teacher” vor. 2008 lernte sie Pottporus-Chef Zekai Fenerci
kennen, den Mann, der selten weit ist, wenn es um Herner Jugend- und Subkultur
geht. Er bot ihr an, die „Next Generation” zu choreografieren.
Schöne Gegenden
Jetzt
pendelt Noworol noch häufiger zwischen ihrer dritten und ihrer zweiten Heimat,
alle paar Wochen wird sie sich fortan in Herne mit den fünf Jung-Tänzern
treffen. Während ihrer Deutschland-Visiten lebt sie in Essen-Rüttenscheid. Das
Revier mag keine Weltstadt sein. Doch Patricia Noworol erkennt die Vorzüge
dieser Region. „Hier gibt es so schöne Gegenden”, sagt sie. „Einen Ort wie
Werden gibt es in ganz New York nicht.”
Die
nachfolgenden Fotos geben einen kleinen Einblick in die Bühnenarbeit.